Fotografie als Dialog

Gefühlte Zukunft

Welche berufliche Zukunft siehst du für dich?

Alle von mir portraitierten Menschen sind Experten ihrer eigenen Lebenswelt. Mit ihnen gemeinsam entsteht ein Bild, das mehr ist als ein bloßes Abbild. Als Kunst kann das Foto seine eigene Aura entwickeln und zugleich die Portraitierten aus ihrer derzeitigen Rolle befreien. Dabei sind unsere Bilder kein Beweis für das Gelingen der jeweiligen Berufswünsche. Sie sind viel mehr ein Beweis dafür, wie Kunst den Raum der Möglichkeiten offen hält.

In meiner Arbeit geht es immer darum, Deutungshoheiten in Frage zu stellen. Im Sucher der Kamera zeigen sich mir keine einfachen Tatsachen, sondern komplexe Wahrheiten. Meine Fotografien verstehe ich als mehrstufiges Dialogangebot. Ein Bild und tausend Worte. Zuerst geht es um den gemeinsamen Austausch während der Projektphase. Das Portrait ist also nur eines von vielen Ergebenissen. Es sind die vielen Nuancen der persönlichen Begegnung, die den Unterschied machen – für die Portraitierten ebenso wie für mich selbst. Nach dem Projektabschluss eröffnen diese Portraits ihren ganz eigenen Dialog mit uns allen: Was siehst du? Wie stehst du selbst zu deinem eigenen Beruf? Haben alle Menschen das Recht, einen Beruf zu finden, der ihnen gefällt?

Das Foto-Projekt GEFÜHLTE ZUKUNFT konnte im Rahmen der Kulturellen Bildung bisher fünfmal umgesetzt werden:
itw gGmbH
OSZ Banken, Immobilien und Versicherungen
OSZ Gesundheit I, BQL Klasse
OSZ Wirtschaftswissenschaften, Willkommensklasse
JSA Plötzensee

Entstanden sind mehr als 50 Portraits, die an unterschiedlichen Orten in Auszügen zu sehen waren: 48 Stunden Neukölln, 2 Tage Wedding, Senat für Bildung, Jugend und Familie, Jugendamt MItte, MACHmit! Museum, Oberlin Berufsbildungswerk, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Fiedrich-Ebert-Stiftung.

Bereits 2018 haben acht schulische oder weiterbildungsorientierte Institutionen in Berlin Interesse an der GEFÜHLTEN ZUKUNFT bekundet. Die Finanzierung steht immer noch nicht fest. Es könnte durchaus sein, dass die GEFÜHLTE ZUKUNFT keine Zukunft hat.

Kontakt: eva v. schirach

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